Mittelstand Crowdinvesting – Interview mit bankless24

bankless24 LogoDie Finanzierung von Start-Ups und Unternehmen aus dem Mittelstand durch Crowdinvesting etabliert sich immer mehr als neues Finanzierungsinstrument.

Die Vorteile dieser Finanzierungsform sind für beide Seiten vorhanden: Unternehmen können sich finanzieren, ohne Bank oder andere Mittler einzuschalten. Investoren unterstützen bereits mit geringen Beiträgen Unternehmen und erhalten dafür eine Rendite.

bankless24 konzentriert sich auf Mittelstand Crowdinvesting und hebt sich damit von anderen Crowdinvesting Plattformen ab, die den Fokus häufig auf Projekte zur Finanzierung von Start-Ups legen. Im Interview stellt uns Geschäftsführer und Gründer Dirk Littig die Mittelstand Crowdinvesting Plattform vor und bringt uns das Konzept näher.

Hallo Dirk. Stell dich und die Plattform bankless24 doch bitte kurz vor.

Ich bin mit 43 Jahren wahrscheinlich so etwas wie der Methusalem unter den Gründern alternativer Finanzierungs- bzw. Anlageplattformen. Ich bewege mich seit über 20 Jahren im Bereich Banken und Private Equity Gesellschaften – habe also im Grunde seit meinem Studium eine hohe Affinität zu Mittelstand und Finanzierungsthemen. Häufig habe ich dabei in verschiedensten Funktionen die Erfahrung gemacht, dass der Begriff „Mittelstand“ durchaus unterschiedlich belegt sein kann. So wird beispielsweise ein PE Fund (oder auch die etablierten Geschäftsbanken) unter Mittelstand irgendetwas in einer mindestens dreistelligen Mio.-Umsatzgrößenordnung verstehen, wohingegen sich der größere Handwerksbetrieb – zu Recht – durchaus auch als Mittelstand sieht. bankless24 ist die erste Crowdinvesting Plattform, die sich ausschließlich auf den Mittelstand konzentriert. Wir definieren Mittelstand dabei nicht anhand von Umsatzgrößen oder Mitarbeiterzahlen, sondern machen das eher einerseits am Selbstverständnis der Unternehmer und andererseits an den Größenordnungen der benötigten Finanzierung fest. Mittelstand ist hinsichtlich der Finanzierungsvolumina für uns jedes Unternehmen, dem es an Alternativen zu klassischen Finanzierungswegen mangelt. Ein starker Treiber unseres Modells ist die Standardisierung – das gilt sowohl für Produkte als auch für Prozesse. Deshalb gibt es bei uns nur ein Produkt, nämlich das eigenkapitalnah ausgestaltete Genussrecht. Das übrigens nicht begrenzt auf 100.000 Euro, sondern nach oben offen ist. Für die bei größeren Beträgen erforderliche Prospekterstellung haben wir eine Kooperation mit einer etablierten Anwaltskanzlei, die diese Aufgabe – ebenfalls weitgehend standardisiert – übernimmt. Von der Anlegerseite betrachtet bietet bankless24 nicht weniger als den Zugang zu einer vollkommen neuen Anlageklasse – und das bereits ab 100 Euro. Bisher war es Anlegern nicht möglich, breit in den Mittelstand zu investieren. Wir ermöglichen das. Dabei sind Transparenz und Sicherheit aus unserer Sicht wesentliche Faktoren. Wir verlangen daher von allen Unternehmen auf der Plattform – sofern sie seit mindestens zwei Jahren bestehen – ein Bilanzrating unseres Partners Creditreform Rating AG. Außerdem werden alle Finanzierungsprojekte über ein Treuhandkonto bei unserem Partner Fidor Bank AG abgewickelt.

Wie entstand die Idee zu bankless24? 

Die Idee ist im Grunde schon ziemlich alt. In meinen früheren Funktionen im Banken und PE-Bereich hat mich immer wieder die Frage umgetrieben, wieso eigentlich niemand kapitalmarktähnliche Alternativen unterhalb von 20 – 25 Mio. Euro Finanzierungsbedarf anbietet. Immerhin tragen die sogenannten KMU an die 40% zur Wirtschaftsleistung in unserem Land bei und beschäftigen ca. die Hälfte aller Arbeitnehmer. Irgendwann wurde die Idee dann zum Businessplan und der ist jetzt bankless24. Anders betrachtet, nennen wir es Börse, auch dann ist die Idee keine neue. Neu ist eigentlich nur die Standardisierung und damit Kostensenkung einerseits und die Disintermediation, also der Verzicht auf Banken, Berater und andere Mittler, sodass Anleger direkt Zugang zu den Investments haben. Das ist zum Vorteil aller Beteiligten.

Die Konkurrenz schläft nicht. Was zeichnet die Plattform bankless24 besonders aus?

Ganz klar: Unser USP ist die eindeutige Fokussierung auf den Mittelstand. Das macht keine andere Plattform. Diese Fokussierung führt nahezu zwangsläufig auch dazu, dass unsere Anleger andere Chance-/Risiko-Strukturen suchen als beispielsweise die Anleger auf Startup-Plattformen. Wenngleich es sicherlich eine Schnittmenge gibt. Konkret: Auf bankless24 sucht und findet der Anleger bestehende Unternehmen mit erwiesenem Geschäftsmodell. Er kann sich sehr intensiv mit Rating, Jahresabschlüssen, Planung, etc. auseinandersetzen und hat damit ein hohes Maß an Transparenz. Er findet also vermutlich ein eher geringeres Risiko als bei einem Startup-Investment. Auf der Renditeseite erhält er attraktive jährliche Ausschüttungen im Gegensatz zu einer Exil-Beteiligung bei Startups.

Welche Zielgruppe sprecht ihr an? Was sind die Vorteile bei der Nutzung eures Angebotes?

Unsere Zielgruppe sind bestehende mittelständische Unternehmen, die sich bereits mit einem funktionierenden Geschäftsmodell am Markt behaupten. Wichtig ist der Nachweis einer gewissen „Grundprofitabilität“, damit auch die versprochenen Ausschüttungen erbracht werden können. Auf der Anlegerseite sprechen wir Anleger an, die eine attraktive, regelmäßige Rendite bei transparentem Risiko suchen. Die Vorteile für Unternehmen sind v.a. die Schaffung einer Finanzierungsalternative, unabhängig von klassischen Strukturen und in der Folge die Stärkung des Eigenkapitals, um weiteres Wachstum zu sichern. Für Anleger schaffen wir nicht weniger als eine vollkommen neue, bisher nicht investierbare Anlageklasse – den deutschen Mittelstand.

Wie sieht die Zukunft bei bankless24 aus? Was sind eure Pläne und Prognosen?

Wir haben eine Vielzahl an Anfragen von attraktiven mittelständischen Unternehmen – auch in Projektgrößenordnungen deutlich über 100.000 Euro. Die größte Herausforderung ist es, unser Modell einem breiten Anlegerpublikum bekannt zu machen. Daran arbeiten wir sehr intensiv – auch in Richtung institutionelle Anleger. Crowdinvesting in den Mittelstand wird in einigen Jahren eine etablierte Alternative zu klassischen Finanzierungswegen sein. Auch auf der Anlageseite ist das Potential für diese Assetklasse riesig. Standardisierte, transparente Mittelstands-Genussrechte werden in einiger Zeit ein Anlageinstrument sein, das regen Zuspruch findet. Das ist unsere Prognose und an deren Eintritt arbeiten wir täglich.

Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg mit bankless24!

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