Mitfahrgelegenheit in der Großstadt – Interview mit WunderCar

Logo WunderCarMitfahrzentralen für Fahrten durch ganz Deutschland kennt man.

Auch Carsharing in der Stadt ist mittlerweile bekannt. Jetzt gibt es mit WunderCar Mitfahrgelegenheiten in der Großstadt, das private Taxi sozusagen. Was genau sich hinter dem Konzept verbirgt, verrät uns Gunnar Froh, der Gründer von WunderCar im Interview.

Hallo Gunnar! Stell dich und die Plattform WunderCar doch bitte kurz vor.

Mein Name ist Gunnar Froh und ich bin der Gründer von WunderCar. WunderCar ist eine Mobile App und eine Community, die es Menschen in der Großstadt erlaubt, jederzeit spontan eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen. Die Mitfahrer kommen so sicher und günstig von A nach B und lernen dabei nette Menschen kennen. Die Fahrer erhalten für ihren Dienst ein Trinkgeld, dessen Höhe der Mitfahrer selbst bestimmt, je nachdem wie gut das Mitfahrerlebnis war.

WunderCar ist im Grunde ein Vermittlungsservice für Privatpersonen: Menschen, die ein Auto und ein wenig Zeit besitzen, fahren Mitbürger, die schnell und unkompliziert von A nach B wollen und gleichzeitig noch interessante Menschen kennenlernen möchten. Innerstädtisches Reisen wird so wesentlich freundlicher und effizienter als alles, was man bisher an Angeboten in diesem Bereich hat.

Technisch gesehen funktioniert WunderCar wie folgt: Über die App kann der Nutzer passende Fahrer in der Nähe suchen und zu sich lotsen. Am Ende der Fahrt kann der Mitfahrer dem Fahrer über die App, also bargeldlos, ein Trinkgeld zukommen lassen. Außerdem haben Fahrer und Mitfahrer die Möglichkeit, sich nach der Fahrt gegenseitig zu bewerten.

Wie entstand die Idee zu WunderCar? Was genau ist das Konzept? Wie unterscheidet sich das Konzept von dem des Carsharing?

Ich habe bis vor kurzem bei Airbnb gearbeitet und bin schon lange von den Ideen der Sharing Economy begeistert. Warum nicht Dinge, die viele Menschen brauchen, sich aber nicht jeder leisten kann, teilen und so für alle Beteiligten Vorteile entstehen zu lassen? Unsere Idee war, den wunderbaren Erfolg von Airbnb im Übernachtungsbereich auch auf andere Lebensbereiche zu übertragen. Mobilität liegt da nahe. Anstatt sich mit dem eigenen Fahrzeug in die Stadt zu bewegen und nach langer Suche einen der wenigen freien Parkplätze zu blockieren, sollen Nutzer von WunderCar zukünftig per Knopfdruck eine Privatperson finden, die innerhalb von Minuten zur Stelle ist und den Gast an sein Ziel befördert.

Im Gegensatz zu anderen Anbietern bringen wir aber vor allem auch eine persönliche Komponente ins Spiel. Bei WunderCar setzt man sich nicht nur anonym hinten rein, um von A nach B kutschiert zu werden. WunderCar ist auch nicht wie anonymes Carsharing, bei dem man sich ein Auto irgendwo abholt und später wieder irgendwo abstellt. WunderCar ist von Menschen für Menschen. Es geht uns auch darum, die Menschen wieder näher zusammen zu bringen, Interaktionen und Austausch zu ermöglichen. Mit WunderCar lernt man interessante Menschen kennen, die man sonst vermutlich nie getroffen, geschweige denn sich mit Ihnen unterhalten hätte.

So wollen wir den urbanen Transport revolutionieren. Wir sind uns sicher, dass es dafür einen echten Bedarf gibt. Laut einer aktuellen Studie von Metadesign nutzen bereits 20 Prozent der Befragten Sharing-Plattformen und sind damit Ko-Konsumenten. 50 Prozent stehen dem positiv gegenüber. Das sind alles potentielle Nutzer von WunderCar.

Wer kann bei euch mitmachen und was sind die Voraussetzungen?

Grundsätzlich kann bei uns jeder mitmachen. WunderCar-Fahrer müssen natürlich einen Führerschein und ein eigenes Auto besitzen, außerdem ein sauberes Führungszeugnis und eine gute Bilanz im Flensburger Verkehrszentralregister. Sie müssen aber vor allem zu WunderCar passen und den Geist von WunderCar verkörpern. Deswegen führen wir mit jedem Fahrer intensive Gespräche, bevor wir entscheiden, ob er oder sie in unseren Fahrerpool aufgenommen wird. Die Idee ist, dass die Fahrer in ihrer Freizeit gelegentlich ein paar Stunden für WunderCar fahren und sich mit den Trinkgeldern zum Beispiel ein Hobby oder einen Wunsch erfüllen können. Wir wollen keine professionellen Fahrer, sondern Leute, die gerne Auto fahren und andere Menschen kennenlernen. Wir richten uns also an Leute, die teilen wollen – ihr Leben, ihre Geschichten, ihren Besitz. Leute, die kollaborativem Konsum aufgeschlossen gegenüber stehen.

Die Bezahlung in Form von Trinkgeld läuft bei euch auf dem Prinzip der Freiwilligkeit – funktioniert das? Wie sind eure Erfahrungen damit?

Wir sind überzeugt, dass dieses Prinzip erfolgreich sein wird. Der Grund liegt in unserem Bewertungssystem. Fahrer und Mitfahrer bewerten sich ja nach einer Fahrt gegenseitig. Das schafft Transparenz. Mitfahrer können so genau sehen, wer sie abholen möchte und wie andere Mitfahrer diesen Fahrer bewertet haben. Auf der anderen Seite kann ein Fahrer einen Mitfahrer aber auch ablehnen, wenn ihn andere Fahrer zuvor weniger positiv bewertet haben. Die App macht dem Mitfahrer im Übrigen immer einen Trinkgeld-Vorschlag, basierend auf Trinkgeldern, die andere Mitfahrer auf einer vergleichbaren Strecke gegeben haben.

Thema Sicherheit – Kann ich als Fahrgast davon ausgehen, dass ich nicht an „Schwarze Schafe“ gerate und sicher von A nach B komme? Wie sichert ihr euch in dieser Hinsicht ab?

Auch hier greift unser Bewertungssystem. Ein Fahrer, der wegen seines Fahrstils wiederholt schlechte Bewertungen erhält, wird kaum Chance auf erneute Fahrten haben. Zudem nehmen wir Fahrer auch aus unserem Programm raus, wenn sie zu viele schlechte Bewertungen bekommen haben. Auf den Fahrten ist man ganz normal durch die bestehende KFZ-Haftpflichtversicherung versichert – wie beispielsweise bei einer Fahrt, die über eine Mitfahrzentrale zustande gekommen ist.

Wie sieht die Zukunft bei WunderCar aus? Was sind eure Pläne und Prognosen?

Wir starten den WunderCar-Service in Kürze in Hamburg und Berlin. Kurz darauf soll das Angebot auch in weiteren Städten verfügbar sein. Unser Ziel ist, WunderCar noch in diesem Jahr in vielen europäischen Städten an den Start zu bringen.

Langfristig soll WunderCar die bekannteste und beliebteste Marke für menschlichen urbanen Transport in Europa werden.  Dafür wollen wir natürlich auch unsere Community immer weiter entwickeln.

Vielen Dank für das spannende Interview. Wir wünschen euch viel Erfolg mit WunderCar und sind sehr gespannt, wie sich euer Konzept entwickeln wird!

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2 Antworten

  1. WunderCar sagt:

    Seit 26 Tagen sind wir nun in Hamburg und Berlin online und haben heute das erste große Update mit einer neuen Website und vielen neuen Funktionen veröffentlicht. Zu den neuen Funktionen zählt ein einfacherer Login per E-Mail. Außerdem ist es jetzt rund um die Uhr möglich, ein WunderCar zu bestellen und das Geschäftsgebiet in Hamburg und Berlin wurde erweitert.
    Mit dem Gutschein-Code WUNDERBAR gibt es auf die erste Fahrt einen 10€ Rabatt in der App, wir freuen uns auf Eure erste Fahrt in einem WunderCar!

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