Interview mit Pay(a)Part – Dinge gemeinsam kaufen!

Pay(a)Part LogoManchmal möchte man sich gerne Dinge anschaffen, die aber vielleicht zu teuer sind oder nur selten genutzt werden.

Wäre es da nicht schön, jemanden zu finden, mit dem man Dinge gemeinsam kaufen und sich die Anschaffung teilen kann? Genau das haben sich Andreas und Moritz von der Shareconomy Plattform Pay(a)Part auch gedacht. Im Interview erzählen uns die Beiden, was die Plattform ausmacht und wie sie funktioniert.

Hallo Andreas und Moritz, stellt euch und Pay(a)Part doch bitte kurz vor.

Sehr gerne! Wir, das sind Andreas und Moritz, wohnen in Bonn und kennen uns aus der Studienzeit. Payapart.de haben wir gemeinsam in unserer Freizeit entwickelt.

Pay(a)Part ist derzeit der einzige Shareconomy Marktplatz in Deutschland, der Menschen dabei hilft Mitkäufer für Dinge zu finden, die nur selten genutzt werden. Beispielsweise Haus-, Gartenwerkzeuge, Elektronik-, Freizeitartikel oder Abos. Der Gegenstand muss dabei nicht unbedingt neu sein. Auch Gebrauchtes kann geteilt werden. Man sollte sich dann aber auf einen fairen Zeitwert einigen.

Übrigens: Anmeldung und Nutzung sind völlig kostenlos!

Wie entstand die Idee zu Pay(a)Part. Was genau ist das Konzept?

Das Thema Shareconomy ist ja derzeit en vogue. Es fiel uns auf, dass es aber bislang keine Möglichkeit zum gemeinschaftlichen Kaufen gibt. Dabei ist die Idee nicht ganz neu. Bisher haben Leute zum Beispiel in der Verwandtschaft Dinge gemeinschaftlich gekauft (bspw. ein Küchengerät oder einen Hochdruckreiniger) und sich untereinander nach Bedarf geliehen. Denn täglich braucht man ein Marmeladeneinkochgerät oder einen Hochdruckreiniger dann doch nicht. Familien sind aber zunehmend räumlich getrennt, und die Anonymität der Großstädte erschwert es zusätzlich geeignete Mitkäufer zu finden. Vertrauenswürdige Personen finden sich aber dagegen oft im Freundes- oder Arbeitskreis. Sich jedes Mal aufs neue umzuhören, ob jemand gemeinschaftlich eine Bohrmaschine, einen Hochdruckreiniger, ein Küchengerät oder ähnliches kaufen würde, wäre ziemlich mühselig und lästig für beide Seiten. Macht man seinen Bedarf hingegen über payapart.de und soziale Medien transparent, dann ist dies weniger aufdringlich.

Im Kern basiert Pay(a)Part darauf Menschen zusammenzubringen, damit sie Dinge gemeinsam kaufen und austauschen können. Meist sind dies Dinge, die von Einzelpersonen nicht so häufig genutzt werden oder nach einmaligem Gebrauch uninteressant sind (z. B. ein Zeitungsabo). Wir bieten hierfür payapart.de als Marktplatz. Alle relevanten Informationen über Gegenstand und Käufer können in einem Inserat hinterlegt werden. Über Facebook, Twitter und viele andere soziale Plattformen kann das Inserat zusätzlich mit dem Freundeskreis geteilt werden. So findet sich schnell ein passender Mitkäufer.

Die Konkurrenz schläft nicht. Was zeichnet Pay(a)Part besonders aus?

Der Fokus der Shareconomy liegt in Deutschland gerade stark auf Carsharing und Couchsurfing. Dort gibt es bereits einige Anbieter. Ein weiterer Ansatz, den es schon gibt, ist das Verleihen von Dingen. Bei beiden Konzepten geht es darum, eine Leistung für eine relativ kurze Zeit zur Verfügung zu stellen und dafür eine Gebühr zu erheben.

Ein Kritikpunkt an bisherige Konzepte wurde unlängst im Feuilleton der FAZ formuliert: „Die „Shareconomy“ funktioniert nur so lange gut, solange der Einzelne für die Dinge, die er auf Zeit benutzt, Verantwortung übernimmt, sei es für ein Fahrrad, das nicht ihm gehört, oder für eine Bohrmaschine.“

Pay(a)Part unterscheidet sich in Puncto Verantwortung von allen anderen Shareconomy Konzepten. Durch den gemeinschaftlichen Kauf teilen die Nutzer in gleichem Maße auch die Verantwortung. Die Unsicherheit, die bisherigen Teilkonzepten innewohnt, entfällt. Darüber hinaus bieten wir ein dynamisches Bewertungssystem indem der Mitkäufer über die Dauer der Nutzung bewertet werden kann. Das hilft Vertrauen aufzubauen. Bisherige Bewertungssysteme sind statisch und beziehen sich immer nur auf einzelne Transaktionen.

Im Punkt Verantwortung und Vertrauen sind wir dem Wettbewerb einen Schritt voraus.

Welche Zielgruppe sprecht ihr an? Was sind die Vorteile bei der Nutzung von Pay(a)Part?

Wir denken, dass wir  zum einen junge Leute ansprechen, denen die Shareconomy vertraut ist und die bereits positive Erfahrung mit z. B. Couchsurfing oder Carsharing gemacht haben. Zum anderen aber auch diejenigen, die durch den gemeinsamen Kauf von Dingen Geld sparen und die Umwelt schonen wollen. Unser Marktplatz ist für Leute jeglichen Alters geeignet und bietet sich vor allem auch an für diejenigen, die die Shareconomy erstmals kennen lernen möchten.

Der Vorteil in der Nutzung liegt in der fairen Aufteilung des Kaufpreises bzw. des Zeitwertes. Darüber hinaus hat man nicht unzählige Dinge bei sich herumstehen, die man ohnehin nur alle Jubeljahre mal benötigt, die aber in der Anschaffung meistens doch sehr teuer waren. Man spart Geld, Platz und tut dabei der Umwelt noch etwas Gutes. Mit einem Mitkäufer kann man zudem ein viel persönlicheres Verhältnis aufbauen und Erfahrungen austauschen. Oftmals ergeben sich daraus dann ja auch bspw. Heimwerker-Freundschaften und somit gegenseitige Hilfe und ein Austausch an Expertise. Das kann ein Leihkonzept nicht bieten. Zudem kann bei einem Austausch im Freundeskreis oder unter Arbeitskollegen das Ganze unkompliziert erfolgen, da man sich in den meisten Fällen ohnehin regelmäßig über den Weg läuft und somit ohne Mehraufwand die Dinge tauschen kann. Dies ist ein weiterer Vorteil von Pay(a)Part gegenüber anderen Leih- und Tauschkonzepten. Der Aufwand einen Gegenstand immer an jemand anderen zu verleihen dürfte deutlich größer sein.

Wie sieht die Zukunft bei Pay(a)Part aus. Was sind eure Pläne und Prognosen?

Wir stehen mit dem Projekt ganz am Anfang. Unser Ziel ist es daher auf Pay(a)Part aufmerksam zu machen und Menschen zum gemeinschaftlichen Kauf zu motivieren. Wenn uns Menschen auf Facebook und Twitter folgen, dann hilft uns das.

Uns geht es erst mal darum ein Bewusstsein für den gemeinschaftlichen Kauf und dessen Vorteile zu schaffen.

Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen euch viel Erfolg mit eurer Plattform Pay(a)Part!

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