Im Interview: Sozialer Online-Marktplatz fraisr

fraisr_com-claim_de-plain-1ColShoppen und gleichzeitig Geld spenden – das ist das Prinzip von fraisr, dem sozialen Marktplatz im Internet.

Von jedem Erlös geht ein Teil als Spende ab und soll damit etwas Gutes bewirken. Was sich genau hinter dem Konzept versteckt verrät uns Lukas, einer der Gründer des sozialen Marktplatzes fraisr.

Hallo Lukas. Stell dich und den Marktplatz fraisr doch bitte kurz vor.

Hallo Crowdcommunity! Mein Name ist Lukas-Christian Fischer, ich bin 37 Jahre alt und ich bin einer der Gründer von fraisr. Wir sind ein Berliner Startup und entwickeln Software- und Marketinglösungen, um Shopping mit sozialen Engagement zu verknüpfen. Vielleicht kennt der eine oder andere bereits unseren Marktplatz www.fraisr.com, den wir vor anderthalb Jahren gelauncht haben. Hier können private und gewerbliche Verkäufer Waren verkaufen und müssen dabei immer einen Teil ihres Erlöses (mindestens 5%) an eine Spendenorganisation abgeben. Neben dem Marktplatz entwickeln wir Plugins für Shopsoftware wie bspw. Magento, damit Online-Händler auch direkt in ihren Shops Produkte mit Spendenanteil verkaufen können – zum Beispiel bei Lomography oder im Shop vom Basketball-Bundesligisten ALBA Berlin.

Wie entstand die Idee? Was genau ist das Konzept?

Mein Mitgründer Alex und ich haben beide bei der Werbeagentur Zum goldenen Hirschen in Berlin gearbeitet und haben dort als Kommunikationsstrategen täglich Trends analysiert und kreative Konzepte entwickelt. Bei der intensiven Beschäftigung mit E-Commerce und Social Commerce kam uns dabei die Idee zu fraisr – und die hat uns nicht mehr losgelassen. Aus Erfahrung wissen wir: Händler müssen zusehen, wie sie ihr Angebot vom Wettbewerb abheben und emotionalisieren können. Gleichzeitig kaufen die Menschen grundsätzlich gerne ein, sind aber zunehmend auf der Suche nach Produkten, die neben Preis und Qualität auch noch einen weiterführenden Sinn und sozialen Effekt haben – auch im Internet. Daher ist die Verknüpfung von Produkt und Spende genau so eine Lösung, die voll den Zeitgeist und Nerv des Kunden trifft. Studien zeigen, dass die Conversion für Online-Shops deutlich steigt, wenn ein sozialer Mehrwert geboten wird. Wenn ein Produkt auch etwas Gutes tut sind Käufer weniger preissensitiv und brechen auch den Checkout seltener ab. Und Du kannst es auch an dir selber feststellen: Wenn Du etwas kaufst, was zum Beispiel dem Deutschen Kinderhilfswerk dabei hilft, warmes Mittagessen für bedürftige Kinder anbieten zu können, bist Du mit Deinem Einkauf gleich sehr viel zufriedener! Kaufen. Verkaufen. Gutes tun! Dieses Prinzip ist der Kern unseres Ansatzes. Und wir helfen dabei nicht nur Verkäufern, besser und mehr zu verkaufen – auch die Spendenorganisationen sind sehr zufrieden mit unserer innovativen Lösung. Denn Deutschland ist ein eher spendenfaules Land. Im Vergleich zu anderen Industrienationen bewegen wir uns im schlechten Mittelfeld, was Spendenhöhe und Anzahl der aktiven Spender angeht. Auch das wollen wir ändern!

Infografik fraisr

Wer kann bei euch mitmachen und was sind die Voraussetzungen?

Kaufen und Verkaufen kann bei uns jeder – privat wie gewerblich. Je nach Bedarf findet sich bei uns eine Lösung für jeden. Entweder direkt auf unserem Marktplatz oder im eigenen Shop via Plugin. Die Anmeldung bei uns, das Einstellen von Produkten und die Nutzung des Plugins sind kostenfrei. Wir nehmen eine Verkaufsprovision zwischen 4 und 6 % brutto im Erfolgsfall und sorgen dafür, dass die Spendenorganisationen garantiert ihre Zuwendung erhalten. Apropos Spendenorganisation: Diese können sich bei uns gratis registrieren. Hierfür müssen sie uns ihre Gemeinnützigkeit an Hand eines amtlichen Bescheids nachweisen und dann kann es schon losgehen.

Ihr habt eine Crowdinvesting-Kampagne bei Seedmatch gestartet. Was ist euer Ziel und würdet ihr – nach aktuellem Stand – wieder eine Crowdinvesting-Kampagne starten?

Wir haben uns vorgenommen, 250.000 Euro über Seedmatch einzusammeln. Und wir sind überzeugt, dass wir das auch mit der Crowd auf Seedmatch schaffen. Unser Geschäftsmodell ist vielleicht etwas komplexer und der gesamte Markt noch wenig erschlossen – entsprechend müssen wir sehr aktive Informationspolitik machen und zeigen, wie schlau und gut unsere Idee ist. Andere Startups haben es hier einfacher, wenn sie beispielsweise ein physisches Produkt anbieten oder schlicht ein bestehendes Konzept kopiert haben. Aber wenn man sich allein die Kennzahlen von Märkten in den USA anschaut, erkennt man: Ein Prinzip wie fraisr hat globales Potential. Wir haben sehr bewusst auf Crowdfunding gesetzt und profitieren ja nicht nur vom Geld der Investoren, sondern auch von ihrem Feedback. Wir würden es wieder machen!

Wie sieht die Zukunft bei fraisr aus? Was sind eure Pläne und Prognosen?

Aktuell konzentrieren wir uns auf den aktiven Vertrieb unserer B2B-Lösungen, da wir hier den größten Bedarf im Markt sehen und der dezentrale Ansatz uns ermöglicht, mit unseren Shoppartnern zusammen groß zu werden und dabei keine Kosten für die Trafficbesorgung haben. Das ist ja in den meisten Fällen der größte Kostenfaktor im E-Commerce. Gleichzeitig wächst unser Marktplatzangebot kontinuierlich organisch, so dass wir ohne großes Budget hier alle Wachstumseffekte mitnehmen, die ein zentrales Modell in einem Wachstumsmarkt bietet. Sobald wir mit unserem Funding im oberen Bereich angekommen sind, möchten wir fraisr auch in andere Länder tragen. Für dieses Jahr haben wir den Start in Großbritannien auf dem Zettel, nächstes Jahr dann hoffentlich die USA.

Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg mit fraisr.

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