Die Produktschmiede iCrowd im Interview

Produktinnovationen aus der Crowd – dieses Konzept steckt hinter der Crowdsourcing Plattform iCrowd.

Im Interview erklärt uns Christoph Gärtner, Geschäftsführer von iCrowd das Konzpet im Detail und gibt uns Einblicke, wie die Zukunft bei iCrowd aussehen wird.

„Zwischen iCrowd und Rocket Internet lassen sich Parallelen ziehen“

Hallo Christoph. Du bist Geschätsführer von iCrowd. Erzähl doch mal: Wie entstand die Idee zu iCrowd? Was genau ist das Konzept?

Hallo Sandra. Klar gerne! Inspiriert wurden wir ursprünglich von Günter Faltins Teekampagne. Wir überlegten ewig, welches Produkt wir mit bester Qualität und zum besten Preis verkaufen sollten. Es war ein langer Prozess bis uns klar wurde, dass nicht wir das zu entscheiden haben, sondern unsere Kunden. Gleichzeitig umgehen wir damit ein Risiko, was die meisten Startups nicht meistern: Sie entwicklen ein Produkt, gehen anschließend auf den Markt und versuchen es zu verkaufen. Doch gibt es überhaupt jemanden der sich dafür interessiert? Wir machen es genau anders herum – wir binden unsere Kunden von Anfang an mit in den Entwicklungsprozess ein. Unsere Kunden sind die besten Experten für ihre eigenen Probleme. Somit entsteht ein Produkt direkt vom Kunden und für den Kunden.

iCrowd LogoAuf unserer Website www.iCrowd.de können Nutzer Produktideen einreichen oder sich an aktuellen Entwicklungen beteiligen. Dafür bekommen sie später ein Produkt, das ihren Anforderungen entspricht, und werden am finanziellen Erfolg der Produkte prozentual beteiligt.

Die Konkurrenz schläft nicht. Was zeichnet die Plattform iCrowd besonders aus?

Was iCrowd besonders macht, ist die kundenbasierte Produktentwicklung und der standardisierte Prozess, den wir entwickelt haben. Andere Startups entwickeln ein Produkt. Was wir jedoch geschaffen haben, ist eine „Produktschmiede“, in der innovative Produkte am Fließband entwickelt und verkauft werden. Ich würde sogar ganz tollkühn behaupten: zwischen iCrowd und Rocket Internet lassen sich Parallelen ziehen. Rocket ist eine Schmiede für Unternehmen und wir sind eine Schmiede für Produkte. Beide Unternehmen brauchen dafür standardisierte Prozesse, reduzieren Risiken und profitieren von Synergie-Effekten. Unser Konzept ist allerdings demokratisch und sozial, denn jede Meinung zählt und jeder Nutzer ist am Erfolg beteiligt.

Welche Zielgruppe sprecht ihr an? Was sind die Vorteile bei der Nutzung eures Angebotes?

Jeder der sich gerne im Internet einbringt, eine Idee für ein innovatives Produkt hat, eine Lösung für ein Problem sucht oder einfach Geld verdienen will, wird bei uns fündig. Unsere Zielgruppe sind demnach Erfinder mit innovativen Produktideen und Macher, die aus einer Idee ein fertiges Produkt mitentwickeln.

Wie seht ihr die Zusammenarbeit mit der Crowd? Was sind die Vor-­ und Nachteile?

iCrowd presse2Jede Produktentwicklung hat bei uns verschiedene Phasen mit unterschiedlichen Aktivitätenmodulen. Innerhalb der Aktivität ist eine Aufgabe zu erfüllen, wofür unsere Nutzer Punkte sammeln. Diese Punkte lassen sich später in prozentuale Gewinnanteile umrechnen.

Es gibt eine Vielzahl von Vorteilen, wie den Proof of Concept, den unsere Produkte bereits während der Entwicklung erreichen, da sie gemeinsam mit potentiellen Kunden entstehen und sich nicht erst am Markt beweisen müssen. Gerade bei Crowdinnovation spricht man oft von der Intelligenz der Masse. Letztendlich sind unsere Produkte einzigartig, weil die Ideen jedes Einzelnen mit einfließen und somit aus einer Idee ein Produkt heranwächst. Außerdem ist jeder am Erfolg beteiligt, was einen vollkommen neuen Zugang zur Teilhabe an der Wirtschaft entstehen lässt.

In Zukunft kann selbst Tante Erna mitbestimmen, wie ein Produkt aussieht und gleichzeitig dafür Geld bekommen. Um mit soviel Input umzugehen, haben wir einen standardisierten Prozess und einen Algorithmus entwickelt, welcher die Zusammenarbeit wesentlich stärker strukturiert und somit die Effizienz steigert.

Wer kann bei euch mitmachen? Benötigt die Crowd bestimmte Voraussetzungen?

Bei uns kann jeder mitmachen. Die Nutzung unserer Website ist vollkommen kostenfrei. Im Gegenteil – jeder, der Produktideen mit einbringt oder fleißig mitmacht, verdient sogar noch Geld.

Ihr seid unter die Top 10 des Crowddialog Wettbewerbes gekommen – herzlichen Glückwunsch! Was bedeutet das für euch?

Das war ein wahnsinnig toller Moment für das ganze Team. Es ist die beste Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir konnten uns dort mit den BigPlayern der Branche vernetzen, haben viel positives Feedback bekommen und im Anschluss auch eine große Förderung von Microsoft im Wert von über 60.000 USD.

Wie sieht die Zukunft bei iCrowd aus? Was sind eure Pläne und Prognosen?

Wir sind ein großer Fan von wissensbasierter Gründung und überhaupt von Bildung. Aktuell lesen wir „Americas Most Successful Startups“ von Oliver Samwer. Von dem Buch kann man viel lernen, weshalb wir unsere eigene Strategie teilweise daran ausrichten.

Bisher haben wir alles mit Eigenkapital realisiert. Erste Nutzer und Produktideen wurden gewonnen, eine Betawebsite programmiert und einen Proof of Concept erreicht. Für 2015 haben wir Großes vor: Wir
wollen unsere Website relaunchen, über 50.000 Nutzer gewinnen und erste Produkte auf den Markt bringen. Um schneller zu wachsen, brauchen wir deshalb eine Finanzierung. Daher sind wir aktuell auf der Suche nach Investoren und haben auch schon mit einigen konkretere Gespräche.

Vielen Dank für das interessante Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg!

Ich habe zu Danken! Es war schön dich kennengelernt zu haben.

 

iCrowd findet ihr auch in unserer Übersicht

 

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