Die Macht der Masse

Wie die Crowd zum Sprachrohr der Medien wird.

Es gibt sie, die wenigen Mächtigen dieser Welt: In der Politik sind es Obama, Merkel oder Putin, in der Musik Michael Jackson, Rihanna oder Lady Gaga, und in der virtuellen und technischen Welt sind es Marc Zuckerberg, Bill Gates und Steven Jobbs. Sie sind mächtig. Wirklich sehr mächtig. Aber sie wären nichts ohne die Macht der Masse – ohne die Crowd. Ein Obama wäre nie Präsident ohne die vielen Millionen Wähler. Eine Rihanna wäre nie Pop-Prinzessin ohne ihre vielen Millionen Fans. Und ein Marc Zuckerberg wäre nie der Social-Media-Pionier ohne die vielen Millionen User weltweit. Die Mächtigen dieser Welt wären nichts ohne die Crowd.

Jeder kennt den Spruch „In China ist ein Sack Reis umgefallen – interessiert doch keinen!“ Doch wenn heute in China ein Sack Reis umfällt und ein schielendes Opossum unter sich begräbt, würde es in der nächsten Minute einen Aufschrei um den ganzen Globus geben. Kommentare auf Facebook und Twitter. Tausendfache Klicks für denjenigen, der das YouTube-Video der Szene ins Netz stellt.

Wie ist das möglich? Wie hat sich das entwickeln können? Ganz einfach: Das Internet, insbesondere die Sozialen Medien, ist zum Sprachrohr der Menschheit geworden. Jeder Einzelne kann gehört werden. Jeder Einzelne kann mitreden. Jeder Einzelne hat eine Stimme. Und gemeinsam ist diese Stimme laut. Sehr laut. Und nicht nur die Sozialen Medien sind ein Sprachrohr für die Crowd. Auch diverse Crowdsourcing Plattformen mit unterschiedlichen Themenbereichen bieten Raum für Ideen und Meinungen.

Natürlich ist die Crowd beeinflussbar und wird genutzt – von Politikern, von Unternehmen, von Stars und Sternchen. Das kann durchaus positive Wirkungen mit sich bringen. Das kann aber auch schnell andere Richtungen einschlagen, wie sich aktuell bei der öffentlichen Abrechnung zwischen den Rappern Kay One und Bushido zeigt. Entscheiden muss die Crowd, auf welcher Seite sie steht – so sagt es zumindest Bushido in seinem Videoclip „Leben und Tod des Kenneth Glöckler.“ Das Video wurde innerhalb eines Monats fast 13 Millionen mal angeklickt!

Meinungsfreiheit ist aktuell wie nie. Jetzt kann sogar schon ein Millionär – ganz demokratisch – in der Show Millionärswahl durch die Crowd „gewählt“ werden.

Doch wie viel ist eine Meinung wert, wenn sie unter Millionen von Meinungen untergeht? Schlägt man sich auf die Seite des Stärkeren – also der Masse – oder kämpft man gegen die Crowd an?

Die Macht der Masse – sie kann alles und nichts. Was man daraus macht, bleibt jedem Einzelnen überlassen. Aber man sollte nicht vergessen: Jede Stimme kann gehört werden und sollte daher sinnvoll und mit Bedacht eingesetzt werden.

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1 Antwort

  1. Jule sagt:

    „Die Macht der Masse – sie kann alles und nichts.“ Hehe, eine schöne Zusammenfassung.

    Jule

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