Crowdworking: Sind Mikrojobs eine Art „moderne Sklaverei“?

Crowdworking wird immer beliebter, denn die Vielzahl an Jobs bietet für zahlreiche Menschen eine zusätzliche Einnahmequelle und die Möglichkeit als Freiberufler zu arbeiten.

Vor dem IT-Gipfel im Oktober sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann gegenüber der Nachrichtenagentur dpa „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie hier eine Art moderne Sklaverei entsteht, mit einem Wettbewerb um Löhne nach unten“. (Quelle: wiwo.de) Er spielt dabei u.a. auf eben diese Mikrojobs an, die über diverse Crowdsourcing-Plattformen von ganz unterschiedlichen Usern bearbeitet werden können.

Crowdworker sind Freiberufler und Selbständige

Beim Crowdworking arbeiten die User Projektweise, d.h. der Mikrojobber nimmt einen Auftrag an und kennt dabei im Vorfeld die Bedingungen: Briefing, Zeitlimit und Vergütung. Da er frei darüber entscheidet, ob er einen Auftrag annimmt und wie viele Aufträge er bearbeitet, ist er laut Definition auf selbständiger Basis tätig. Er handelt auf eigene unternehmerische Verantwortung. Damit ist er nicht angestellt und somit auch nicht sozialversicherungspflichtig. Ausnahme sind Freiberufler, die künstlerischen oder publizistischen Tätigkeiten nachgehen und sich über die Künstlersozialkasse versichern.

In den meisten Fällen, wenn bspw. Studenten oder Hausfrauen nur ein bisschen Geld nebenbei verdienen möchten, ist Crowdworking eine echte Alternative. Problematisch kann es dann werden, wenn ein Crowdworker diese Art der Tätigkeit hauptberuflich macht. Hoffmann warnt dazu: „Die vermeintliche Freiheit, einfach Geld zu verdienen mit Jobs wie Crowdworking oder über digitale Putzhilfenvermittler könnte sich als Falle entpuppen.“ Häufig arbeiten Mikrojobber zu Dumping-Löhnen. Man muss sich den Verdienst pro Stunde hochrechnen und die eigenen Kosten für Krankenversicherung etc. abziehen. Erst wenn unterm Strich ein Verdienst herauskommt, bei dem Aufwand und Entlohnung in gutem Einklang stehen, ist Crowdworking eine echte Alternative, sein eigener Chef zu sein und damit unabhängig von einem Arbeitgeber.

Wie wird sich Crowdworking entwickeln?

Crowdworking wird für immer mehr Menschen interessant und je nach Art des Jobs sind die Verdienstmöglichkeiten und die Arbeitsbedingungen durchaus akzeptabel – abgesehen davon, dass das Arbeiten als Webworker wirklich Spaß machen kann! Ob sich hinsichtlich der sozialen Absicherung von Crowdworkern künftig etwas tun wird, bleibt abzuwarten. Bei Freiberuflern und Selbständigen wird es wohl schwierig, einen Mindestlohn o.ä. durchzusetzen.

>> Wenn ihr euch für Mikrojobbing interessiert, dann schaut euch in unserer Übersicht mal um!

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