Crowdinvesting für Filme – Cinedime im Interview

Als erste deutsche Plattform von Crowdinvesting für Filme geht Cinedime an den Start.

Die Beteiligung an Filmen wird mit Crowdinvesting für Filme zur Realität. Wie das Konzept genau funktioniert erklärt uns Markus Brandmair, CEO der CINEDIME GmbH.

Hallo Markus. Stell dich und die Plattform Cinedime doch bitte kurz vor.

CINEDIME LogoCINEDIME ist die erste deutsche Crowdinvesting-Plattform speziell für Filme. Unter www.cinedime.de können sich Investoren an der Finanzierung großer Kinofilmprojekte beteiligen und sind dadurch später an den Erlösen beteiligt. Die Erlöse generieren sich aus Kino, DVD-Verleih/-Verkauf, Video-On-Demand und dem Verkauf auf dem Weltmarkt. Der Beteiligungszeitraum durchläuft den kompletten Wertschöpfungszyklus und liegt i.d.R. bei 7 Jahren. Bei den Rückflüssen stehen die Investoren im selben Rang, wie der Produzent selbst. Aktuell kann man sich unter https://www.cinedime.de/medias/1/lena-love an der Finanzierung des Kinofilmes „Lena Love“ beteiligen. Der Film zielt von der Story her und der Besetzung auf ein junges Publikum, welches medienaffin ist und gerne ins Kino geht. Daher rechnen wir mit guten Marktchancen und Refinanzierungspotential bei Kinostart und in der weiteren Verwertung.

Wie entstand die Idee zu Cinedime? Was genau ist das Konzept?

Mark von Seydlitz und ich sind seit vielen Jahren als Produzenten und Regisseur in der Filmbranche tätig. Wir kennen diese sehr genau und wissen daher, auf was es ankommt. Der größte Bedarf besteht nun mal in den Finanzierungsangeboten für Produzenten. Hier fahren Sender und Förderungen immer weiter ihr Engagement zurück. Daher war es naheliegend, ein neues Angebot zu schaffen. CINEDIME bietet Anlegern die Möglichkeit, direkt in Filmproduktionen zu investieren und von den Erlösen zu profitieren. Dieses Konzept gibt es bis dato nicht und wir sind die ersten, die das anbieten.

Crowdinvesting ist mittlerweile ein hart umkämpfter Markt. Was zeichnet die Plattform Cinedime gegenüber anderen Plattformen besonders aus?

Wir, die Gründer, sind im Filmbereich seit vielen Jahren aktiv und verfügen daher über Fachwissen und Branchenkenntnisse, die in das Konzept von CINEDIME einfliessen. Unser Netzwerk und die Nähe zu Produzenten und Filmschaffenden ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Ausserdem bieten wir neben der finanziellen Beteiligung allen Investoren auch Produzentenprivilegien, wie z.B. Set-Besuche oder ein Meet&Greet mit der Hauptdarstellerin. Diese Produzentenprivilegien sind garantiert und hängen nicht vom späteren Erfolg des Filmes ab. So kann man u.a. bei unserem ersten Film „Lena Love“ bei einem Investment von 500 € mit der Hauptdarstellerin Emilia Schüle zu Mittag essen, ab einem Investment von 1.000 € gibt es sogar ein exklusives Filmscreening mit den Schauspielern und der Filmcrew.

Welche Zielgruppe sprecht ihr an, sowohl aus Sicht der Investoren als auch aus Sicht der Projektinitiatoren?

Als potentiellen Investor sehen wir renditeorientierte Menschen, die innovative Anlagemöglichkeiten suchen.  Um ein Beispiel zu nennen: Der über Crowdinvesting finanzierte Kinofilm „Stromberg“ hat kürzlich die erste Tranche an die Investoren ausbezahlt, die bereits jetzt eine Rendite von 17% (!) realisieren konnten. Auf der anderen Seite sehen wir auch filmbegeisterte Menschen, die eine Leidenschaft für Filme haben und diese gerne unterstützen möchten. Wir bieten denen nun auch die Möglichkeit Teil eines Films zu werden.

Auf Seiten der Projektinitiatoren, den Produzenten, sprechen wir diejenigen an, die bereits über Erfahrung verfügen und in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie große und erfolgreiche Filmproduktionen stemmen können. Dies ist im Sinne des Anlegerschutzes unerlässlich, den nichts ist wichtiger, als eine absolut reibungslose Durchführung von Produktion und Vermarktung.

Gibt es Auswahlkriterien, nach welchen Unternehmen ein Projekt bei euch starten können? Wie groß ist das Risiko für die Investoren?

Zunächst fokussieren wir uns auf solche Filmprojekte, die in der Auswertung (z.B. Kino, DVD, etc.) die besten Chancen auf Rückzahlung der Gelder an die Investoren bieten. Es geht also um kommerzielle, wirtschaftlich erfolgsversprechende Projekte. Die Filme müssen das Potential haben, ein breites Publikum zu erreichen. Dieses Potential analysieren wir anhand verschiedener Faktoren, wie z.B. das Genre, die Story, die Starbesetzung und der Track-Record des Regisseurs und des Produzenten.

Das zweite Kriterium unser Filmauswahl ist der bisherige Stand der Finanzierung des Projektes. Wir als CINEDIME finanzieren keine Budgets zu 100 Prozent, sondern machen Gap-Finanzierung. Dies bedeutet, wenn ein Filmprojekt, welches komplett durchfinanziert ist, noch 5-10 Prozent Rest-Finanzierung benötigt, dann kann diese “Lücke” (= Gap) über CINEDIME geschlossen werden. Wir sprechen dabei von Summen zwischen 100.000 € und 500.000 €. Dies machen wir aus dem Grund, um unseren Investoren zu garantieren, dass mit ihren Investments die Finanzierung dann auch tatsächlich geschlossen ist und der Film zeitnah in Produktion und Auswertung gehen kann. Ausserdem ist es ein wichtiger Indikator für das Erfolgspotential des Filmes, wenn bereits andere Finanzierungspartner an das Projekt glauben und sich an der Finanzierung beteiligen.

Drittes und letztes Kriterium unserer Filmauswahl ist die Frage, welche Möglichkeiten das jeweilige Filmprojekt bietet, um eine erfolgreiche Kommunikations- und Marketingkampagne für das Crowdinvesting zu machen. Diese Möglichkeiten können u.a.  in einem besonders prominenten Star oder einem populären Thema liegen. Sie ist es z.B. bei unserem ersten Projekt “LenaLove” von Florian Gaag. In dem Thriller mit Emilia Schüle in der Hauptrolle geht es um Cybermobbing und Facebook-Missbrauch. Diese Thematik ist hochaktuell und stößt bei vielen Interessengruppen auf große Aufmerksamkeit.

Das Risko für die Investoren liegt in der Möglichkeit, dass der Film ein Misserfolg wird und die Investments schlimmstenfalls verloren sind. Allerdings sind selbst bei einem schlecht laufenden Film zumindest geringe Rückflüsse zu erwarten. Abgesehen davon besteht keine Nachschusspflicht bei einer Kostenberschrietung. Auch was die Mittelverwendung der Investments angeht, ist das Risiko durch die Zwischenschaltung einer Treuhänders ausgeschlossen.

Wie sieht die Zukunft bei Cinedime aus? Was sind eure Pläne und Prognosen?

Die Finanzierung zu unserem ersten Projekt „Lena Love“ des Regisseurs Florian Gaag und Emilia Schüle in der Hauptrolle ist in vollem Gange. Es sollen mindestens  100.000 € von der Crowd finanziert werden.  Man kann sich unter www.cinedime.de kostenlos registrieren und investieren. Mittelfristig werden wir neben dem Crowdinvesting weitere Finanzierungsbausteine anbieten. Somit wollen wir uns zu einer umfassenden Finanzierungsplattform für Medien ausbauen.

Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen euch viel Erfolg mit eurer Plattform und erfolgreiches Crowdinvesting für Filme auf Cinedime!

 

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